Gender Mainstreaming – eine Begriffs-Klärung

Gender Mainstreaming ist eine zentrale Leitlinie der Europäischen Politik. Als politische Strategie, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern voranzutreiben, wurde sie erstmals auf der 3. Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi vorgestellt. 1999 entschied die Europäische Kommission, Gender Mainstreaming als Ansatz in alle politischen Konzepte und Maßnahmen einzubinden. Deutschland verpflichtete sich dazu im Jahr 2000.

Gender Mainstreaming bedeutet

  • die Gender-Frage in alle Entscheidungen und Prozesse einzubringen
  • die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit aktiv zu betreiben
  • eine Querschnittsaufgabe: Gleichstellung der Geschlechter betrifft alle Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männer

Gender Mainstreaming in der Kirche

Gender Mainstreaming ist auch für die Kirche zunächst ein neuer Begriff - sein Anliegen war aber schon lange präsent. Das Gender-Referat in Gelsenkirchen-Wattenscheid nahm 2008 seine Arbeit auf. 20 Jahre zuvor waren bereits die Frauenreferate in der westfälischen Landeskirche gegründet worden. Das Engagement für Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche hat eine noch längere Tradition. Ihre Wurzeln liegen in der ökumenischen Bewegung.

Von der ÖRK-Gründung 1948 ...

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hatte bereits bei seiner Gründung 1948 der Frauenfrage große Bedeutung beigemessen. Soziale Faktoren wie Rassismus und Frauenunterdrückung wurden als Hindernisse auf dem Weg zur Einheit der Kirchen gesehen.

1974 fand die Weltkonsultation des ÖRK zu „Sexismus in den 70er Jahren“ in Berlin statt. Dort wurde ein Studienprogramm in Auftrag gegeben: „Gemeinschaft von Männern und Frauen in der Kirche“. Die Ergebnisse wurden 1981 präsentiert. Weitere Schritte wurden in der Dekade „Solidarität der Kirchen mit den Frauen“ (1988-1998) unternommen.

1989 tagte die EKD-Synode (Westdeutschland) in Bad Krozingen und ein Jahr später die Synode der Evangelischen Kirchen (Ostdeutschland) in Leipzig. Beide Synoden fassten weitreichende Beschlüsse für eine geschlechtergerechte Zukunft der Kirche.

... bis zum Gender-Referat in Gelsenkirchen und Wattenscheid

Das 1988 gegründete Frauenreferat in unserer westfälischen Landeskirche hat den Auftrag, die Entwicklung und Integration einer Politik der Chancengerechtigkeit auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche von Westfalen voranzubringen. Dieser Aufgabe ist auch das Gender-Referat im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid verpflichtet.

Gender-Referat

Termine:

Jeden Mittwoch 10-12 Uhr
Offene Sprechstunde

Das MIRA Projektbüro ist wieder geöffnet.
Um uns alle zu schützen, gelten besondere Regeln. Die Corona-Schutz-Regeln finden Sie hier.

Am einfachsten: Sie rufen uns an unter
02 09 - 35 98 81 29.

17. August
Beginn des nächsten MIRA-Kurs
Berufliche Orientierung: Qualifizierung für Mütter mit Migrationshintergrund

20. September 18 Uhr
„Sonntagsmusiken“
Das musikalisch-literarische Programm gibt einen Einblick in die Salonkultur Berlins.
Ort: Kulturraum „die flora“.
Bitte unbedingt reservieren, sonst leider kein Einlass möglich (Corona-Schutzmaßnahmen).

12. November
2. Gelsenkirchener Frauenmahl zum Thema „Klimawandel – Klimagerechtigkeit“.
Genauere Informationen erfolgen zeitnah.

14. November
Die 34. Bücherbörse der AKTION WEITBLICK wird voraussichtlich wie geplant vom 14.-17. November stattfinden.

www.apfel-blog.de

Der Blog zum Weiterdenken, ganz ohne Ansteckungsgefahr.

Feier- und Gedenktage 2020

August

02.08. Gedenktag des Genozids an den Roma.

03.08. Geburtstag der Rabbinerin Regina Jonas (1902), die 1935 in Deutschland als weltweit erste Frau die Smicha (Ordination) erhielt. „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?" ist der Titel ihrer detaillierten, talmudischen Studie, mit dem sie ihren Berufswunsch inhaltlich und formal begründet. Am 12.12.1944 wurde sie im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet.

06.08. Hiroshima-Gedenktag.

15.08./28.08. Mariä Himmelfahrt. Katholische Christ_innen feiern Marias Aufnahme in den Himmel. Orthodoxe Christ_innen gedenken – einige Tage später – dem Entschlafen der Gottesmutter.

20.08. Islamisches Neujahr. Beginn des Jahres 1442 nach islamischer Zeitrechnung.

22.08. Erdüberlastungstag - mit diesem Tag sind rechnerisch die erneuerbaren Ressourcen der Erde aufgebraucht, global berechnet. Für Deutschland liegt der Tag der Ressourcenerschöpfung (aufgrund der fehlenden Energiewende usw.) regelmäßig im Frühjahr.

27.08. Geburtstag von Ruth C. Cohn (1912) in Berlin. Die jüdische, mehrfach ausgezeichnete Psychoanalytikerin und Pädagogin entwickelte – nach der Flucht über die Schweiz in die USA – die Themenzentrierte Interaktion (TZI), um damit viele Menschen zu stärken, sich einer Wiederholung der NS-Zeit entgegenzustellen. Im EMILIA-Projekt erhielten 12 Teilnehmerinnen ein Zertifikat in TZI.
Ruth Cohn starb 98jährig am 30.02.2010.

September

01.09. Beginn des Kirchenjahres der orthodoxen Kirchen, an diesem Tag wird besonders der Schöpfung gedacht.

06.09. Europäischer Tag der jüdischen Kultur

08.09./21.09. Mariä Geburt. Die römisch-katholische Kirche feiert die Geburt Marias, in den orthodoxen Kirchen ist die Bezeichnung „Gottesmutter“ üblich.

19.09. Rosch Ha-Schana. Neujahrsfest. Beginn des jüdischen Jahres 5781 und Beginn eines der Selbstreflexion gewidmeten Monats.

27.09. Beginn der Interkulturellen Woche unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“

28.09. Jom Kippur. Der Versöhnungstag ist der wichtigste jüdische Feiertag und Abschluss der zehn Bußtage nach Rosch Ha-Schana, der mit Gebet und strengem Fasten begangen wird.